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Charta über journalistische Ethik beim Respektieren von Religion oder Glaubensvorstellungen

1. INTEGRITÄT UND RECHENSCHAFTSPFLICHT

Journalisten sind für die sozialen und politischen Konsequenzen ihrer Handlungen verantwortlich und haben die Pflicht, die höchsten ethischen und professionellen Standards aufrechtzuerhalten.

Journalisten sollen sich gewissenhaft darum bemühen, die Wahrheit zu berichten; das Recht der Öffentlichkeit auf die Wahrheit respektieren; sicherstellen, dass die von ihnen verbreiteten Informationen fair und objektiv sind; schnell und deutlich sichtbar alle Ungenauigkeiten in ihren Berichten korrigieren und bei entsprechenden Fällen das Recht auf Gegendarstellung gewähren.

Die Medien [43] sind für jedes Material verantwortlich, das durch sie herausgegeben wird.

2. MEINUNGS- UND REDEFREIHEIT UND ETHISCHE RECHENSCHAFTSPFLICHT

Das Recht der Öffentlichkeit auf Information ist ein Grundrecht und der Eckpfeiler einer freien und demokratischen Gesellschaft. Somit nehmen die Medien eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft ein, was ein großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Öffentlichkeit erfordert. Redefreiheit, Informationsfreiheit und die Pressefreiheit stellen das Herz einer Demokratie dar. Freie unabhängige Medien sind wichtig, um Transparenz und eine offene und robuste demokratische Gesellschaft zu gewährleisten; sie sind ein Mittel zur Entwicklung und Stärkung effektiver demokratischer Systeme.

Verantwortungsbewusste Medien erkennen die äußerst wichtige Notwendigkeit eines freien Informationsflusses und welchen Einfluss sie auf die Bildung der öffentlichen Wahrnehmung haben. Sie achten auf ihre ethische Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und die Notwendigkeit, die Menschenrechte zu respektieren und zu verteidigen.

Verantwortungsbewusste Medien haben das Recht und die Pflicht, über alle Angelegenheiten von öffentlichem Interesse unter Beachtung der Rechte und Freiheiten von Einzelnen und Institutionen zu berichten und diese zu kommentieren. Sie fördern für alle das Verstehen des demokratischen Prozesses und die Teilnahme daran.

Verantwortungsbewusste Medien bringen innerhalb der Grenzen des pluralistischen Ideenwettbewerbs ungehindert persönliche Meinungen oder die Meinungen der Gruppe zum Ausdruck. Sie akzeptieren, dass die Meinungsfreiheit Beschränkungen und Grenzen unterliegen kann, wenn andere Grundrechte gefährdet sind. Sie achten im Besonderen darauf, dass keine anderen grundlegenden Menschenrechte verletzt werden, und berücksichtigen das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre, Wertschätzung und Würdigung, während sie den freien Informationsfluss fördern.

Verantwortungsbewusste Medien respektieren vorherrschende ethische und moralische Maßstäbe und vermeiden es, sich auf sensationslüsterne oder gotteslästerliche Berichte einzulassen.

Verantwortungsbewusste Medien fördern das Recht der Öffentlichkeit, Bescheid zu wissen, und das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit. Sie zielen darauf ab, einen freien Informationsfluss und Transparenz zu fördern, und halten sich an die Grundsätze zur Förderung und Achtung der Menschenwürde und religiösen Überzeugungen, wie es in der Resolution der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Diffamierung von Religionen zum Ausdruck kommt.

Verantwortungsbewusste Medien bemühen sich um Frieden, Demokratie, sozialen Fortschritt und Achtung der Menschenrechte. Sie erkennen, respektieren und verteidigen die Meinungsvielfalt. Sie lehnen jede Diskriminierung ab.

Verantwortungsbewusste Medien bemühen sich ernsthaft darum, die Unwissenheit zu reduzieren, ein besseres Verständnis zu fördern, das fehlende kulturelle und religiöse Einfühlungsvermögen der Völker zu überbrücken und den Dialog zwischen den Völkern zu erleichtern.

Verantwortungsbewusste Medien stellen sicher, dass bei gezeigten und verbreiteten Bildern die gleichen Anforderungen und höchsten ethischen Normen eingehalten werden, wie sie für schriftliche oder mündliche Präsentationen gelten.

3. RELIGIÖSE DISKRIMINIERUNG UND ETHISCHE RECHENSCHAFTSPFLICHT

Verantwortungsbewusste Medien fungieren als Wächter zur Wahrung der Grundrechte. Daher schüren oder erzeugen sie keine Diskriminierung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, kultureller Traditionen oder ähnlichen Gründen. Sie respektieren die Mannigfaltigkeit und die Rechte von Minderheiten und erkennen sie an.

Verantwortungsbewusste Medien vermeiden diskriminierende oder verunglimpfende Hinweise auf religiöse Überzeugungen und spirituelle Werte.

Verantwortungsbewusste Medien beziehen sich nicht auf Religionen oder religiöse Institutionen in einem nachteiligen, voreingenommenen oder abschätzigen Kontext; wenn eine religiöse Bezugnahme für die berichtete Angelegenheit wesentlich ist oder das Verständnis erleichtert, erfolgt sie genau, fair, unparteiisch und respektvoll.

Verantwortungsbewusste Medien sehen davon ab, religiöse Überzeugungen oder das Bekunden dieser Überzeugungen neu zu interpretieren, falsch zu interpretieren, zu analysieren, zu beurteilen oder zu untersuchen. Stattdessen machen sie sich Neutralität und Objektivität zur strikten Pflicht – akzeptieren, was die Religion als ihre wahren Überzeugungen vorbringt, ohne Missbilligung, Verachtung, herablassende Haltung, Vorurteil oder Spott.

Verantwortungsbewusste Medien mischen sich nicht in sakrale Angelegenheiten ein, die mit dem Glaubensbekenntnis, religiösen Riten und religiösen Institutionen zu tun haben. Sie verzichten auf das Bestärken oder Initiieren von Diskriminierung, Verhöhnung, Verachtung oder Hass aufgrund der Religion oder Glaubensvorstellung.

Verantwortungsbewusste Medien bieten eine faire und schnelle Möglichkeit der Gegendarstellung, wenn es Ungenauigkeiten und Stereotype im Hinblick auf religiöse Organisationen oder betroffene Mitglieder gab und die Gegendarstellung vernünftigerweise erforderlich ist.

Verantwortungsbewusste Medien vermeiden das Schaffen religiöser Stereotype und stellen zwischen der Religion oder Glaubensvorstellung und den Menschenrechtsverletzungen oder dem Terrorismus keinen Bezug her.

Verantwortungsbewusste Medien sorgen für ein Gleichgewicht zwischen den grundlegenden Menschenrechten, zu denen das Recht auf Freiheit von Diskriminierung aufgrund der Religion oder Glaubensvorstellung gehört, und dem Recht auf Meinungs- und Redefreiheit sowie dem Recht der Öffentlichkeit, Bescheid zu wissen. Sie zeigen besondere Sensibilität im Umgang mit religiösen Fragen, um jede auf Religion oder Glaubensvorstellung basierende Abgrenzung, Ausgrenzung, Einschränkung oder Bevorzugung zu vermeiden, die zum Ziel hat, die Menschenrechte zunichtezumachen oder zu beeinträchtigen.

4. AUFWIEGELUNG UND ETHISCHE RECHENSCHAFTSPFLICHT

Verantwortungsbewusste Medien fördern nie religiösen Hass. Sie vermeiden es gewissenhaft, Feindseligkeit gegenüber Religionen und ihren Mitgliedern zu erzeugen, da dies leicht zu drohender Gewalt oder systematischem Entzug der Menschenrechte führen könnte.

Verantwortungsbewusste Medien sehen davon ab, Aggression, Hass, Diskriminierung und jede Form von Gewalt zu provozieren, die sich gegen Einzelne und Organisationen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen und Vereinigungen richtet. Sie bleiben wachsam gegenüber der ernsten Gefahr, die mit der stillschweigenden Duldung oder Förderung von Gewalt, Diskriminierung, Hass und Intoleranz aus religiösen Gründen einhergeht.

Verantwortungsbewusste Medien vermeiden es, vorhersehbare Gewalt zu schüren, Hass hervorzurufen, Religionen und ihre Anhänger zu stigmatisieren und Ungleichheit aufgrund von Religion oder Glaubensvorstellung zu erzeugen. Es zeugt von Feinfühligkeit, wenn man es vermeidet, religiöse Überzeugungen anzugreifen und zu Konflikten unter Religionen und ihren Mitgliedern aufgrund religiöser Differenzen beizutragen.

[43] Das Wort Medien bezieht sich auf alle Formen der Presse, durch Druckerzeugnisse, audiovisuelle oder elektronische Medien, oder irgendwelche anderen Mittel, und auf alle Journalisten, die durch die Presse Informationen vermitteln.

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