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SCIENTOLOGY,
EINE NEUE RELIGION

SAMUEL S. HILL, PH. D.

Dr. Hill schrieb im Jahr 1979:

Ich bin ein professioneller Wissenschaftler auf dem Gebiet religiöser Bewegungen in den Vereinigten Staaten von Amerika, was auf folgende Weise belegt wird:

  1. Ich habe einen Ph. D. in Religion von der Duke Universität;
  2. ich bin seit zwanzig Jahren Professor für Religion, davon ein Jahr an der Stetson Universität, zwölf Jahre an der Universität von Nord-Carolina in Chapel Hill, und seit 1972 an der Universität von Florida;
  3. ich habe drei Bücher und zahlreiche Artikel über dieses Thema veröffentlicht;
  4. ich lehre regelmäßig auf diesem Gebiet.

Ich habe mich während der vergangenen eineinhalb Jahre speziell mit dem Studium der Scientology Kirche beschäftigt und halte mich für professionell kompetent, ihren Charakter und ihr Wesen zu beurteilen.

Zwei Urteile durchdringen meine gesamten Bewertungen der Scientology Kirche. Erstens, dass sie eine neue, junge, nicht voll entwickelte religiöse Organisation ist, die als eine Organisation angesehen werden muss, die noch im Entstehen begriffen ist, sich noch entwickelt und noch ihren Weg findet – Charakteristika, die auf alle neuen Religionen zutreffen. Zweitens, dass sie mehr mit fernöstlichen Religionen wie dem Hinduismus und Buddhismus gemein hat als mit den zwei westlichen biblischen Glaubensrichtungen, dem Christentum und dem Judaismus. Es ist unbedingt notwendig, dass Scientology nach ihren eigenen Maßstäben, die orientalischen Normen näher sind als westlichen, beurteilt wird, anstatt durch die Auferlegung westlicher Kategorien. Ob sie westlichen Werten, Forderungen und Annahmen entspricht, ist irrelevant in Bezug auf die Frage, ob es sich um eine Religion handelt oder nicht.

Ich komme zu dem Schluss, dass Scientology den Definitionen von Religion entspricht, insofern als sie, wie alle Religionen, die vier üblichen Komponenten besitzt:

  1. Glaubensrichtung. Sie lehrt die unbedingt notwendige Existenz einer im Grunde genommen geistigen Dimension der Wirklichkeit.
  2. Kodex. Sie lebt mit einem starken ethischen Gefühl, betont Wertvorstellungen und unterscheidet zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch.
  3. Kult. (In der Bedeutung einer den Gottesdienst ausübenden Gruppe.) Sie strebt systematisch danach, Menschen mit der geistigen Dimension der Wirklichkeit, der Höchsten Wirklichkeit, dem Höchsten Wesen oder Gott in Verbindung zu bringen.
  4. Gemeinde. Sie hat einen ausgeprägten Sinn für Gruppenidentität und ist eine organisierte religiöse Gemeinschaft.

Diese vier Komponenten werden gewöhnlich überall als Bestandteile einer religiösen Bewegung betrachtet.

Demzufolge ist es eine bona fide Religion, mit ihren eigenen Glaubensvorstellungen und Bräuchen. Scientology ist hauptsächlich eine Theorie des Wissens oder eine Art des Verstehens, mit der die Gemeindemitglieder erkennen, dass das Höchste Wesen existiert und wie sie an ihm teilhaben können, um ihr persönliches und soziales Wohlbefinden zu verbessern. Durch diese Art des Wissens, Verständnisses oder Gottesdienstes realisiert sich der einzelne Mensch, erreicht Selbsterkenntnis und ist in einer heilenden Beziehung mit Gott. In diesem Prozess des Erreichens von wahrer geistiger Freiheit wird das Leben einer Person von den Barrieren und Hindernissen zu dieser Freiheit befreit und wird glücklich und ganz gemacht, wie es beabsichtigt ist. In dieser Hinsicht ist Scientology dem Hinduismus und Buddhismus ganz ähnlich.

Scientology erkennt die Realität der Höchsten Wirklichkeit oder Gottes an. „Gott“ ist hier weniger ein persönliches „Höchstes Wesen“ als eine „Höchste Wirklichkeit“, d. h. die Art und Weise, in der die Dinge letzten Endes und in der reinsten Form sind; daher der Weg zur Fülle des Lebens, die für alle Menschen beabsichtigt und verfügbar ist.

Scientology erkennt die Realität der Höchsten Wirklichkeit oder Gottes an. „Gott“ ist hier weniger ein persönliches „Höchstes Wesen“ als eine „Höchste Wirklichkeit“, d. h. die Art und Weise, in der die Dinge letzten Endes und in der reinsten Form sind; daher der Weg zur Fülle des Lebens, die für alle Menschen beabsichtigt und verfügbar ist. Durch die Anwendung von Offenbarung, was oft die Form methodischer Techniken annimmt, können Menschen Verwandtheit mit und Beteiligung am Höchsten Wesen erlangen. In dieser Hinsicht ist Scientology mehr östlich als westlich und mehr wie der Buddhismus als der Hinduismus. Sie strebt nach Erleuchtung durch die Verbundenheit mit dem Zustand, in dem die Dinge wirklich und letzten Endes sind.

Der wichtigste Modus religiöser Erfahrung und Gottesverehrung ist die seelsorgerische Beratung. Diese besteht darin, dass ein Geistlicher der Kirche bei einem Gemeindemitglied Scientology anwendet. Dies ist die hauptsächliche Art und Weise, in der eine Person Erleuchtung findet und mit dem Höchsten Wesen in Verbindung gebracht wird. Es gibt öffentliche Gottesdienste; sie sind im Verständnis von Scientology jedoch weniger grundlegend als die seelsorgerische Beratung. In dieser Beratung ereignet sich die eigentliche Verbindung mit Gott.

Scientology als Religion besteht nicht auf religiöser Ausschließlichkeit; zum Beispiel ist es erlaubt, sowohl Scientology als auch etwas anderes, beispielsweise Katholizismus, zu praktizieren. Auch unter diesem Aspekt entspricht Scientology mehr einem östlichen Stil, indem sie einen Pluralismus von Loyalitäten und Engagements toleriert. In der Praxis üben jedoch nur wenige Scientologen noch eine andere Religion aus. Scientology hat sich in den letzten 29 Jahren aus „Dianetics“, einer Theorie und Technik zur Verwirklichung eines gesunden Lebens, zu einer Kirche entwickelt. Meine Vermutung ist, dass man weniger geneigt sein wird, das Festhalten an zwei oder mehr Glaubensrichtungen zu ermutigen, und dass es noch seltener eine Praktizierung dieser Wahlmöglichkeit geben wird, in dem Maße, wie diese Entwicklung weiterreift. Mit anderen Worten betrachte ich Scientology als eine Religion, die sich immer stärker selbst als Religion bewusst werden wird.

Der Ausdruck „eine angewandte religiöse Philosophie“ beschreibt Scientology ziemlich treffend – aber nur, wenn dieser Ausdruck von einer dominierenden, abendländisch religiösen Grundstruktur befreit wird. Was diese Bezeichnung auf der positiven Seite bedeutet, ist:

  1. Scientology ist religiös, weil sie Wissen und Möglichkeiten für die Beziehung zu einem Höchsten Wesen zur Verfügung stellt.
  2. Sie betont Ergebnisse (daher die Bezeichnung „angewandt“) wie zum Beispiel ein größeres Maß an Selbsterkenntnis, Verständnis, Gesundheit und Glück.

Auf der anderen Seite deutet der Ausdruck, indem er das Wort „Philosophie“ verwendet, auf eine Auffassung bzw. Perspektive hin, anstatt auf eine ausgefeilte Theologie über einen persönlichen Gott, basierend auf historischen Begebenheiten (wie es bei den biblischen Glaubensrichtungen der Fall ist).

Bei allen bekannten amerikanischen Maßstäben, sowohl juristischer wie auch praktischer und religiöser Art, erachte ich die Scientology Kirche für das, was ihr Name bedeutet, nämlich eine echte religiöse Organisation.

Samuel S. Hill
12. August 1979

Als Dr. Hill dies schrieb, war er Professor für Religion an der Universität von Florida.

III. Ist Scientology eine Religion?
von Gary D. Bouma, Ph. D.
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