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XVII. Vielfalt unter Religionen: Hinduismus

Der Hinduismus ist eine weitere Religion, die in ihrer extremen Vielfalt dem Test monotheistischer Kriterien von Religion, die in diversen westlichen Ländern angetroffen werden, nicht entspricht. In seiner klassischen Form mag der Hinduismus als eine Form von nicht-dualistischem Pantheismus dargestellt werden, bei dem Brahman die absolute, jedoch gesichtslose Gottheit, der Geist ist, der allem Sein innewohnt. Brahman wird so angesehen, dass er Gut und Böse transzendiert. Er wird nicht so sehr als Schöpfer dargestellt, sondern vielmehr als durchdringende Kraft, von der alle Dinge ausgehen und zu der alle Dinge zurückkehren. Er ist nicht nur in allen Dingen allgegenwärtig, sondern er ist alle Dinge. Die befreite Seele wird eins mit ihm und erkennt, dass sonst nichts existiert. Diese Form der Gottheit ist jedoch von den Auffassungen eines Gottes, wie er im christlichen Monotheismus angetroffen wird, weit entfernt. Außerdem gibt es daneben noch andere Darstellungen pluraler Gottheiten, welche sich selbst verändern und sich von einer in die andere verwandeln und so die polytheistischen Aspekte des Hinduismus darstellen. Setzt man die Toleranz innerhalb des Hinduismus für Thesen und Aussagen voraus, welche sich gemäß westlicher Logik intern widersprechen, wäre es unmöglich zu behaupten, der Hinduismus sei speziell pantheistisch oder polytheistisch: Er ist eindeutig beides. Auf jeden Fall ist er kein monotheistisches System, das einen Schöpfergott postuliert, eine dualistische Kosmologie und die Notwendigkeit ausdrücklicher Gottesverehrung, so wie die vorgefassten Meinungen darüber, wie eine Religion sein sollte, von jenen, die nur mit den jüdisch-christlich-islamischen Traditionen vertraut sind, hervorgebracht werden könnten.

XVIII. Hinduismus: Die Sankhya-Schule
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