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XXVII. Weltentsagende neue Religionen

Die neuen Bewegungen, welche der Welt entsagen, sind hauptsächlich, jedoch nicht ausschließlich, Varianten oder Weiterentwicklungen des Hinduismus oder Buddhismus; in diesen Religionen herrscht diese Orientierung allgemein vor. Einige (jedoch nicht alle) neuen christlichen fundamentalistischen Vereinigungen operieren ebenfalls im Rahmen eines Ethos, in dem Weltentsagung überwiegt. Anhänger dieser Religionen wenden sich typischerweise von gegenwärtigen, materiellen, westlichen Werten ab. Sie können eine kommunale und vielleicht sogar kommunitaristische Lebensweise annehmen, und in neuen Religionen, welche orientalischer Herkunft sind, nehmen Anhänger typischerweise Vorstellungen an, die für Westländer eigenartig sind. Sie mögen in manchen Fällen eine orientalische Sprache für die Andacht erlernen und westliche Sitten und Konventionen zugunsten anderer Tabus und Unterlassungen aufgeben, die Sexualität, gesellschaftlichen Umgang, Ernährung und sogar die getragene Kleidung betreffen. Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (die Hare Krishna Bewegung) ist vielleicht die hervorstechendste Bewegung dieser Art, aber einige gleiche Gesinnungen sind auch in der Divine Light Mission und, wenngleich sie auch behauptet, christlich zu sein, in der Vereinigungskirche (den Moons) anzutreffen.

Manche weltentsagenden Bewegungen neigen bei der Art dieser Orientierung dazu, „totalitär“ zu sein, das heißt mit anderen Worten, dass sie von ihren Anhängern erwarten, sich völlig ihrem Glauben hinzugeben und ihn zu einer völligen Bindung zu machen, wobei sie alle Bereiche ihres Lebens entsprechend des Glaubens ordnen, dem sie anhängen. Dies wird natürlich am einfachsten zustande gebracht, wo die Bewegung von den Anhängern erwartet, dass sie ein kommunales Lebensmuster annehmen. In vielerlei Hinsicht trägt eine solche Forderung eine enge Analogie zu der, die von Mitgliedern von Mönchsorden verlangt wird (seien sie christlich oder buddhistisch). Es gibt weltentsagende Religionen, die nicht so weit gehen, dass sie die völlige Trennung von der weiter gefassten Gesellschaft vertreten, wie es im kommunalen Leben erreicht wird. Diese Bewegungen bieten allgemein ein umfangreiches und oft komplexes System der Metaphysik, innerhalb dessen ihre Jünger angewiesen werden, intellektuelle Antworten auf Fragen bezüglich der ultimativen Bedeutung und des Zwecks des Lebens zu finden. Nicht selten können die fortgeschritteneren Stufen der metaphysischen Lehren geheim und nur Eingeweihten verfügbar sein. Zu Religionen dieser Art gehören Theosophie, Anthroposophie und die Gurdjieff-Bewegung. Der mystische Druck schließt jedoch nicht immer Aktivitäten zum sozialen Nutzen aus, selbst wenn ein Element sozialen Rückzugs vorhanden ist: Die Bildungseinrichtungen für behinderte Kinder, die von den Anthroposophen aufrechterhalten werden, sind ein gutes Beispiel dafür.

XXVIII. Weltbejahung bei neuen Religionen
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